Der mit rund 800 Mitgliedern größte Fischereiverein der Region ist mit seinem Alter von 100 Jahren auch der älteste seiner Art weit und breit. Vor hundert Jahren sahen sich unsere Altvorderen bereits veranlasst, den neu gegründeten Verein Fischschutzverein Siegburg e. V. zu nennen. Die industrielle Revolution um die Jahrhundertwende brachte bereits damals erhebliche Umweltprobleme mit sich, denn die junge Industrie bediente sich der Flüsse und Bäche um ihre Abwässer los zu werden. Die aufkommende Siegener Schwerindustrie und Textilfärbereien an der Sieg machten hierbei keine Ausnahme.
Vor hundert Jahren waren es nicht in erster Linie Wünsche nach mehr Angelgewässer, die unsere Altvorderen veranlasste sich als Verein zusammen zu schließen, sondern die Sorge um den Lebensraum Fischwasser war es, die sie bewegte, den Fischschutzverein Siegburg zu gründen.
Die industrielle Revolution um die Jahrhundertwende brachte bereits damals erhebliche Umweltprobleme mit sich, denn die junge Industrie bediente sich der Flüsse und Bäche um ihre Abwässer los zu werden. Die aufkommende Siegener Schwerindustrie und Textilfärbereien an der Sieg machten hierbei keine Ausnahme.
Erfolgreicher Kampf
gegen die Gewässerverschmutzung
Bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts musste der Kampf gegen die Wasserverunreiniger allerdings noch dauern, bis sich auch der Gesetzgeber ernsthaft um die Gewässerreinhaltung kümmerte. Bis dahin machten sich der Verein und die Sieg Fischerei-Genossenschaft sicher nicht nur Freunde, indem gegen alle Gewässerverschmutzer rigoros vorgegangen wurde. Ein besonders trauriges Kapitel waren die jahrelangen Auseinandersetzungen mit den ehemaligen Phrix-Werken in der Nähe des Siegburger Siegwehres, die durch ihre Einleitungen immer wieder Fischsterben verursachten und mit der Firma Krages an der Oberen Sieg, die Anfang der 70er Jahre fast den gesamten Fischbestand der Sieg vernichtete. Auch heute noch sind der Erhalt des Lebensraums Fischwasser und seiner Bewohner vordringliche Aufgaben des Fischschutzvereins, denn ohne Biotop- und Artenschutz gibt es auch keine artenreichen Fischbestände, die nachhaltig genutzt werden können.
Der Bau der Fischaufstiege
Durch die Verbesserung der Wasserqualität erstarkten einst rückläufige Bestände von Fischarten wie z. B. Barben, Nasen und Äschen. Als auch Meerforellen aus der Nordsee wiederkehrten um in der Sieg zu laichen, reifte der Gedanke, auch den ausgestorbenen Lachs wieder heimisch zu machen. Hierzu bedurfte es aber eines durchwanderbaren Flusssystems. Um dieses wieder zu erreichen, mussten zuerst die Wehre in der Sieg, die die Lebensräume zerschnitten, mit funktionierenden Fischaufstiegen ausgestattet werden. Diese Forderung wurde seitens des Fischschutzvereins bereits jahrzehntelang erhoben – lange Zeit ohne Erfolg. Hier in Siegburg wurde dann auch der Gedanke geboren, dem damaligen NRW-Umweltminister Matthiesen eine Kostenbeteiligung anzubieten, wenn er die Wehre entsprechend umbauen ließe. So kam es, dass die Kostenbeteiligung in Höhe von DM 200.000,- wovon mehr als DM 35.000,- allein vom Fischschutzverein Siegburg aufgebracht wurden, die Initialzündung zum Bau der Fischaufstiege war. Die alte, nie funktionierende Fischtreppe am Siegburger Siegwehr wich im Jahr 1989 dem heutigen Fischaufstieg.
Die Lachsinitiative
Die Idee, den Lachs wieder einzubürgern, kam also keineswegs vom Staat, sondern war eine Initiative der Angler von Sieg, Agger und Bröl. Der Fischschutzverein Siegburg war es dann auch, bei dem die Idee entwickelt wurde zum großen Programm Lachs 2000, das später vom Wanderfischprogramm Nordrhein-Westfalen abgelöst wurde, ein zusätzliches örtliches Programm an die Seite zu setzen, mit dem sich die hiesigen Angler mit eigenen Mitteln an der Wiedereinbürgerung des atlantischen Lachses beteiligen sollten. Wir schlugen der Bezirksversammlung unseres Verbandes vor, die beteiligten Fischereivereine sollten für jedes Mitglied jährlich DM 5,- (heute EUR 2,50) in eine gemeinsame Kasse einzahlen. Inzwischen läuft bereits die 19. Periode, in der wir gemeinsam Projekte der Lachswiedereinbürgerung finanzieren. Bislang wurden von den Fischereivereinen einschl. div. Zuschüssen über EUR 200.000,- in diese Projekte gesteckt. Über EUR 50.000,- zahlte allein unser Verein bis heute in die gemeinsame Kasse.
Hege der Fischbestände –
Verbesserung der Lebensräume
Wer Fischbestände erhalten will, muss Lebensräume schützen und wer Fischbestände wiederherstellen will, muss Lebensräume schaffen. In zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, Diplomarbeiten und Dissertationen wurde das Lied von der arg geschundenen Sieg gesungen, einer Sieg, der man mit jahrzehntelangen Regulierungen und Begradigungen die Laich- und Jungfischlebensräume geraubt hatte. Wie wahr! Und es wurde auch mehrfach geschrieben, dass man wo immer es möglich ist, Lebensräume wiederherstellen, Rückzugsgebiete als Winterlebensräume schaffen und die Uferstruktur wieder naturähnlich aufbrechen muss. Letzteres geschieht erfreulicher Weise seit einiger Zeit. Wenn jedoch aktiv Landschaftsplanung betrieben wird, werden die Fische und ihre Lebensraumansprüche häufig vergessen. So verbessern die neu geschaffenen Gewässer in der Siegaue bei Siegburg und Sankt Augustin die Fischlebensräume keineswegs. Im Gegenteil, ihre nur zeitweise Wasserführung lockt bei Hochwasser (hauptsächlich im Frühjahr) Tausende von Fischen aus der Sieg an, die nach Rückgang der Wasserverbindung qualvoll sterben müssen, wenn sie nicht schon vorher ein Opfer der zahlreichen Kormorane und Fischreiher geworden sind. Man fragt sich, warum eine solche Landschaftsplanung gegen die Fische betrieben wird. Ist es, weil Fische hauptsächlich von Menschen mit Nutzungsinteressen (Anglern) geliebt werden? Der Fischschutzverein setzt sich für Verbesserung der Fischlebensräume ein, auch wenn ihm bewusst ist, dass er damit gegen eine offizielle Politik ankämpft, die in unseren Tagen Lurchen und Amphibien offensichtlich mehr zugewandt ist als Fischen. Vieles mehr über unsere Arbeit, unsere Gewässer und unseren Verein finden Sie auf dieser homepage. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre und würde mich freuen, Sie vielleicht bald als neues Mitglied begrüßen zu dürfen. Wer Freude an der Natur hat, an unseren Zielen mitarbeiten möchte und erlebnisreiches Angeln an schönen Gewässern sucht, der ist bei uns willkommen.

100 Jahre für die Natur!
er Fischschutzverein Siegburg 1910 e.V. blickt auf eine mehr als 100-jährige Vereinsgeschichte zurück, an deren Anfang bereits der Schutz der Fische stand. Seit mehr als hundert Jahren setzen wir uns nun für intakte, naturnahe und artenreiche Lebensräume unserer Schützlinge in der Sieg ein und bewahren damit das Kulturerbe "Naturerlebnis Angelfischerei" für unsere künftigen Generationen.

Mit kräftigem Petri Heil!
Hubert Linden
Vorsitzender
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