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Fischschutzvereins  

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Kapitale Hechte - Lohn der Hege

Fischschutzverein Siegburg betreibt Fischhege und setzt sich seit 105 Jahren für Fischlebensräume ein

von Hubert Linden


Lohn der Hege nennen der Waidmann und der Fischer ihren jagdlichen bzw. fischereilichen Erfolg.

Zwei Mitglieder des Fischschutzvereins Siegburg 1910 e. V. wurden im Mai besonders belohnt, denn sie erbeuteten kapitale Hechte. Helmut Wotzke aus Sankt Augustin fing in der Sieg einen Hecht von 1,14 m Länge und der 10,5 kg Gewicht. Theo Ilinseer, ebenso aus Sankt Augustin, gelang im Allner See der Fang eines 11 kg schweren Hechtes, der eine Länge von 1,10 hatte. Auch dieses Gewässer wird vom Fischschutzverein Siegburg fischereilich betreut.

Gerade bei der Fischart Hecht ist die Hege dringend vonnöten. Warum das so ist erläutern die folgenden Zeilen.

Vor heute 105 Jahren wurde der Fischschutzverein Siegburg – bereits mit diesem Namen gegründet. Schon um die Jahrhundertwende gab es triftige Gründe Lebensräume in der Sieg und damit Fische zu schützen. Die aufkommende Schwerindustrie im Siegerland, Textilfärbereien entlang der Sieg und aufkommende Industriebetriebe in Siegburg entließen ihre bedenklichen, oft giftigen Abwässer in die Sieg.

Darunter litt der Fischbestand. Das bemerkten zuerst die Fischer und deshalb nimmt es nicht Wunder dass der neue Verein, der am 19. Mai 1910 in Hotel Felder in Siegburg gegründet wurde den Namen Fischschutzverein Siegburg e. V. erhielt.

Neben der Abwasserbelastung, die weiter zunahm und bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts immer wieder zu teilweise verheerenden Fischsterben führte, beraubte man den Fluss mehr und mehr seiner natürlichen Uferstruktur, befestigte gerade gezogene Ufer mit Wasserbausteinen und zerstörte damit Fischlebensräume und Laichplätze fast aller Arten.

Der Fischschutzverein und die aus ihm hervorgegangene Sieg Fischerei-Genossenschaft führten einen jahrzehntelangen Kampf gegen die Gewässerverschmutzer und setzen sich bis heute für den Erhalt bzw. die Wiederherstellung von Fischlebensräumen ein. Die große und völlig unnötige Siegverlegung zum Bau der Autobahn 560 Ende der 70er Jahre geschah gegen den energischen Protest der Siegburger Fischschützer. Als vor wenigen Jahren Gelder für Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der ICE-Siegquerung zur Verfügung standen, schlug der Verein vor, diese zum Rückbau der Kanalstruktur der Sieg bei Siegburg und Sankt Augustin und zur Schaffung von Altwasserstrukturen zu nutzen. Das wäre sehr vorteilhaft für alle Fischarten gewesen, denn es hätten Laich- und Jungfischlebensräume entstehen können. Vor allem der Hecht hätte wieder Laichmöglichkeiten gefunden, die ihm fast in der gesamten Sieg fehlen. Doch der Vorschlag wurde von den zuständigen Behörden in Bausch und Bogen abgelehnt und anstatt dessen entstand die sündhaft teure Flutmulde, die nur selten Wasser führt und im Siegvorland nur minimalen, für die Fischfauna keinerlei Naturnutzen hat. 

Zahlreiche Fischarten können nur im Bestand erhalten werden, weil der Nachwuchs jährlich gezüchtet und dann in die Sieg eingesetzt wird. Auch Hechte finden keine für sie geeigneten Laichplätze und können nur überleben weil jährlich Junghechte eingesetzt werden.

Erfreulicher Weise gelingt es dem Fischschutzverein Siegburg und auch anderen Fischereivereinen auf diese Weise auch Arten zu erhalten, die höhere Ansprüche an den Lebensraum stellen, als die immer noch stark geschädigte Sieg zu bieten vermag. Paradebeispiele sind der Karpfen und der Hecht, Fische also, die immer schon die Sieg bevölkerten, denen der Mensch aber die Laichlebensräume geraubt hat. Besetzt man sie regelmäßig, können sie im Bestand erhalten werden. 

Der Fang der beiden Kapitalen stellt Beispiele dar, dass gute Hege auch belohnt wird.